Fachinformationen - Gasbrand


Gasbrand

Erreger:

Clostridien ( obligat anaerobe, toxinbildende Stäbchen ), 60-80% der Erkrankungen werden durch C. perfringens, der Rest durch C. novyi, C. septicum oder andere Clostridien verursacht.
Verbreitung:
Der Keim kommt ubiquitär vor. In früheren Zeiten war der Gasbrand eine häufige und gefürchtete Erkrankung auf Kriegsschauplätzen, aber auch in Krankenhäusern. Erst seit Einführung der Sterilisations- und Desinfektionsmaßnahmen und der Einführung der Antibiotika ist der Gasbrand selten geworden.
Infektionsweg:
Die Erregeraufnahme erfolgt über Kontamination von Wunden (Schußverletzungen, seltener OP-Wunden). Voraussetzung für die Entstehung des Gasbrandes sind anerobe Bedingungen der verunreinigten Wunde. Begünstigend wirkt dabei eine schlechte Blutversorgung (durch die Verletzung oder durch Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Arteriosklerose).Der Erreger ist Bestandteil der normalen Darmflora.
Inkubationszeit:
wenige Stunden bis zu 5 Tagen
Symptomatik:
Erste Anzeichen für einen Gasbrand sind plötzlich auftretende und an Intensität zunehmende Wundschmerzen. Es kommt zur Anschwellung des Gewebes infolge der Gasbildung. Aus der Wunde entleert sich ein schmutzig-hämorrhagisches Sekret. Beim Betasten des Wundbereichs entsteht ein knisterndes Geräusch. Häufig werden durch die Toxine verursachte Hämolyse, Kapillarwandschädigung, Tachykardie und Hypotonie, jedoch keine Temperaturerhöhung beobachtet. Ohne frühzeitige therapeutische Intervention verläuft die Erkrankung nahezu immer tödlich.
Der Darmbrand ist eine akute, durch Enterotoxin verursachte Erkrankung, ausgelöst durch mit Clostridium perfringens kontaminierte Nahrungsmittel. Eine Enteritis necroticans tritt in den Tropen manchmal in Kleinepidemien z. B. nach rituellem Genuß von infiziertem Schweinefleisch auf (“Pig-bel“). Selten kann es nach Darmoperationen verursacht durch Gasbranderreger zu einer nekrotisierenden Enteritis kommen.
Diagnostik:
Die Diagnosestellung erfolgt aufgrund des klinischen Bildes bei entsprechender Anamnese. Versuch des Erregernachweises aus dem Wundabstrich mittels Mikroskopie oder Anzucht (Gramfärbung).
Differentialdiagnose:
Andere gasbildende Myositiden z.B. durch Bacteroides ; Streptokokkenmyositis
Therapie:
Frühzeitige, großflächige Wundreinigung, Antibiose mit Penicillin, hyperbare Sauerstofftherapie, ansonsten symptomatische Therapie
Prophylaxe, Immunität:
Adäquate Wundversorgung und Sterilisation chirurgischer Geräte ggf. perioperative Antibiotikaprophylaxe
Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG.

MG, 04.01.2012



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