Fachinformationen - FSME (RSSE)


Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)

Erreger:

Flavivirus (RNA)
Verbreitung:
Europaweit: Russland, Balkan, Zentral- und Nordeuropa, Naturherde in Deutschland u.a. in Niederbayern und Baden-Württemberg, saisonale Häufung im April-November
Infektionsweg:
Zeckenbiß (Ixodes ricinus)
Inkubationszeit:
3-28 Tage (in der Regel) 10 Tage
Symptomatik:
Der meist biphasische Krankheitsverlauf beginnt mit einer 3-7 Tage andauernden grippeähnlichen Initialphase, Fieber um 39°C, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei ca. 10% der infizierten Personen kommt es nach einem kurzen, symptomfreien Intervall zum Übergang in die zweite Krankheitsphase mit neurologischer Symptomatik. Ein erneuter Fieberanstieg (39°C), heftige Kopf- und Gliederschmerzen mit starkem Krankheitsgefühl sind zu beobachten. Bei ca. 50% der Betroffenen wird eine meningitische und bei ca. 40% eine meningoenzephalitische Verlaufsform beobachtet. Meningomyelitis oder Enzephalomeningomyelitis sind seltenere Manifestationsformen. Die Restitutionsphase beginnt nach etwa 3 Tagen mit kontinuierlicher Besserung im Verlauf von 1-3 Wochen. Die Letalitätsrate liegt bei ca. 1% der manifesten Erkrankungen verursacht durch den westlichen und bei ca. 20% der Erkrankungen hervorgerufen durch den östlichen Erregersubtyp. Eine Defektheilung muß bei ca. 10% der neurologisch symptomatischen Patienten verzeichnet werden. Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Psychosen stehen hierbei im Vordergrund, es können jedoch auch motorische Lähmungen zurückbleiben. Eine mögliche Schädigung des kardialen Erregungsbildungs- und -leitungssystems wird diskutiert.
Diagnostik:
Der serologische Nachweis steht im Vordergrund:- v.a. der Nachweis von spezifischen Antikörpern im ELISA (Nachweis von spez. IgM oder Titeranstieg von spez. IgG sind beweisend),- aber auch KBR, NT und HHT sind gebräuchlich. Der direkte Virusnachweis (RNA oder DNA) gelingt heute mittels PCR aus Blut und Liquor.
Differentialdiagnose:
Poliomyelitis, Borreliose, andere viral bedingte Meningoenzephalitiden.
Therapie:
symptomatisch.
Prophylaxe, Immunität:
Vermeiden von Kontakt mit Zecken. Für eine präexpositionelle, effiziente Prophylaxe steht besonders für beruflich Gefährdete und Reisende in Naturherdgebiete eine aktive Schutzimpfung mit inaktiviertem Virus zur Verfügung (Schutzdauer ca. 3 Jahre). Hühnereiweißallergie ist eine relative Kontraindikation. Nach durchgemachter Infektion (auch inapparent) besteht lebenslange, fundierte Immunität. Ein Hyperimmunglobulin zur postexpositionelle Gabe steht von Herstellerseite nicht mehr zu Verfügung.
Gesetzliche Regelungen:
Meldepflicht bei Erkrankung und Tod.

MG, 18.10.2012



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