Fachinformationen - Ehrlichiose


Ehrlichiose/Anaplasmose

Erreger:

Ehrlichien (kleine, obligat intraleukozytär lebende Mikroorganismen, es bestehen enge Beziehungen zu den Rickettsien). Nach neuerer taxonomischer Einordnung werden die Erreger als Anaplasmen bezeichnet, z.B. Anaplasma phagocytophilum, der Erreger der humanen granulozytären Anaplasmose.
Verbreitung/ Infektionsweg:
Die Übertragung erfolgt durch den Stich von Zecken, diese können gleichzeitig Borrelia burgdorferi oder Babesia microti beherbergen und übertragen. Die Erkrankung kam früher nur bei Hunden, Pferden, Schafen vor („Weidefieber“) vor, in letzter Zeit häufen sich Fälle beim Menschen. Gleichzeitig erweiterte sich das geographische Verbreitungsgebiet (früher hauptsächlich USA, jetzt zunehmend Europa).
Inkubationszeit:
wahrscheinlich 1 – 3 Wochen
Symptomatik:
Die Krankheitsbilder der humanen monozytären Anaplasmose (HMA) und der humanen granulozytären Anaplasmose (HGA) sind ähnlich und umfassen ein Spektrum von milden Verläufen bis hin zu schwersten, selten auch letal endenden Erkrankungsformen. Die Patienten klagen über Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Das Krankheitsbild ähnelt dem Rocky Mountain Spotted Fever, ein Exanthem wird aber bei der Anaplasmose nur selten beobachtet. Meist finden sich eine deutliche Leuko- und Thrombopenie sowie eine Erhöhung der Transaminasen. Selten kommt es unter dem klinischen Bild eines Nierenversagens, einer Enzephalopathie oder eines ARDS zum tödlichen Ausgang.
Diagnostik:
Zeckenstichanamnese. Nachweis spezifischer Antikörper im IF. Versuch des Erregernachweises mittels PCR oder Anzucht.
Differentialdiagnose:
Andere Rickettsiosen, Borreliose, Babesiose, infektiöse Mononukleose
Therapie:
Tetracyclin, Chloramphenicol
Prophylaxe, Immunität:
Vermeidung von Zeckenstichen
Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG.

MG, 13.09.2010



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