Fachinformationen - Ebola


Ebola

Bildquelle: BNI / BW

Erreger:

Ebolavirus; Familie der Filoviridae; (-) Einzelstrang- RNA-Virus.
5 Subtypen: Zaire, Sudan, Reston, Tai (Ivory Coast) und Bundibugyo.
Verbreitung:
Ausbrüche der Erkrankung wurden bisher in der Demokratischen Republik Kongo, Gabun, Elfenbeinküste, Republik Kongo, Sudan und Uganda registriert. Der für Menschen apathogene Subtyp Reston wurde in verschiedenen Tierlaboren bei Cynomolgus-Affen aus den Philippinen beobachtet. Im Zuge eines Ausbruchs in Bundibugyo (Uganda) im Jahr 2007 mit 149 Erkrankten, und einer vergleichsweise niedrigen Letalität von 25%, wurde ein neuer Subtyp des Ebolavirus entdeckt. Eine geringere Sterblichkeitsrate könnte u. U. die Ausbreitung der neuen Erregervariante begünstigen.
Infektionsweg:
Die Existenz eines tierischen Reservoirs (möglicherweise Fledermäuse) konnte noch nicht endgültig geklärt werden. Der Erreger wird insbesondere bei direkten Kontakten mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen. Risiken bestehen so vor allem bei der ärztlichen Versorgung/Pflege Erkrankter sowie bei traditionellen afrikanischen Bestattungszeremonien. Eine Übertragung des Virus wurde auch nach dem Zerlegen und dem Verzehr verendeter Gorillas beobachtet.
Inkubationszeit:
2 – 21 Tage
Symptomatik:
Im Vordergrund des klinischen Bildes steht eine stark erhöhte Blutungsneigung. In der Prodromalphase finden sich plötzlich einsetzende heftige Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen. Außerdem Übelkeit, Erbrechen und Diarrhöen. Ab dem 4.-7. Tag treten Blutungen auf, die alle Schleimhäute des Körpers betreffen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Lungenversagen, nekrotisierender Hepatitis und Schock. Die Letalität liegt zum Teil bei über 80%.
Diagnostik:
Bei Verdacht auf Ebola hämorrhagisches Fieber muss die Diagnostik in einem Labor der höchsten Sicherheitsstufe durchgeführt werden. Versuch der Virusanzucht. Nachweis über Elektronenmikroskopie, Immundiagnostik oder PCR.
Differentialdiagnose:
Andere virale hämorrhagische Fieber, Leptospirose
Therapie:
Anwendung von Ribavirin und Interferon; Transfusionstherapie
Prophylaxe/ Immunität
Bei der Pflege der Patienten sollte streng auf Schutzmaßnahmen geachtet werden („barrier nursing“). Expositionsprophylaxe und sichere Entsorgung sollte auch beim Umgang mit kontaminierten Materialien gelten. Ein kommerziell erhältlicher Impfstoff steht bislang noch nicht zur Verfügung.
Gesetzliche Regelungen:
Viral bedingte hämorrhagische Fieber sind meldepflichtig bei Verdacht, Erkrankung und Tod.

RMZ, 21.08.2012



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