Fachinformationen - Coccidioidomykose


Coccidioidomykose (Valley fever, desert rheumatism)

 

 Bildquelle: Werner Schönherr


Erreger:

Coccidioides immitis (dimorpher Pilz), Familie Onygenaceae


Verbreitung:
In trockenen und mäßig feuchten Gebieten der westlichen Hemisphäre: USA (San Joaquin valley, Texas, New Mexico, Arizona), Mittel- und Südamerika.


Infektionsweg:
Inhalation von Arthrokonidien (Kette zylinderförmiger Sporen). Eine Übertragung von Mensch zu Mensch scheidet als Infektionsweg praktisch aus. Erkrankungen werden mitunter nach Stürmen, Bauarbeiten und ärcheologischen Tätigkeiten beobachtet.


Inkubationszeit:
1 - 4 Wochen. Eine Disseminierung kann noch Jahre nach der lokalen Absiedlung in der Lunge erfolgen.


Symptomatik:
Zunächst stehen Atemwegssymptome im Vordergrund. Der primäre Befall der Lunge kann einen völlig inapparenten Verlauf (70%), aber auch grippeartige Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Husten, bis hin zu schwersten Pneumonien beinhalten. Etwa 20% der Patienten mit Primärinfektion entwickeln ein Erythema nodosum. Bei intaktem Immunsystem heilt die Primärinfektion meist folgenlos aus. Mitunter können fibrotische oder verkalkte Rundherde, teilweise auch kavernöse Veränderungen in der Lunge verbleiben. Eine Disseminierung der Erkrankung tritt bei weniger als 1% der Patienten auf. Diese sind häufig immunsupprimiert, jedoch können auch Personen ohne prädisponierende Grundleiden betroffen sein; Die disseminierte Coccidioidomykose ist unbehandelt eine letal verlaufende Erkrankung. Es kommt zu Bildung granulomatöser Herde in der Lunge, Abszessbildungen im gesamten Körper (besonders Haut, Subkutis, Knochen, Peritoneum) und ZNS-Manifestation einher. Eine Meningitis durch Coccidioides immitis verläuft häufig chronisch und ähnelt dem klinischen Bild einer tuberkulöse Meningitis oder einer Kryptokokkose.


Diagnostik:
Direkter mikroskopische Direktnachweis der endosporenhaltigen Sphärulen des Erregers erfolgt aus Sputum, Bronchoalveolärer Lavage oder Punktat. Bei Versuch einer Anzucht müssen die Kulturen unter L 3-Sicherheitsbedingungen gehandhabt werden! - Serologie: spezifischer Antikörpernachweis bei Immunkompetenz meist bis zu 2 Jahren nach Erst-Infektion mittels Immundiffusion oder Western-Blot möglich. Im Akutstadium empfiehlt sich ergänzend die KBR zur Quantifizierung und Titerverlaufskontrolle.
Histologie: Nachweis von Sphärulen von Coccidioides immitis.
Hauttest: Der Coccidioidin-(Sphaerulin®-) Hauttest wird innerhalb der ersten 4 Wochen nach Symptombeginn auf Dauer positiv.
In Endemiegebieten ist er eher zu epidemiologischen Zwecken als zum Nachweis einer floriden Infektion geeignet.


Differentialdiagnose:
(in Abhängigkeit vom Organbefall:) Tuberkulose, Blastomykose, Kryptokokkose, Histoplasmose; bei AIDS: Pneumocystis carinii-Pneumonie.


Therapie:
Eine medikamentöse Therapie der primären pulmonalen Coccidioidomykose ist beim Immungesunden nicht erforderlich. Bei Verdacht auf einen chronischen Verlauf, bei primärer Behandlungsindikation und/oder Disseminierung können Voriconazol, Fluconazol, Itraconazol oder Amphotericin B (auch intrathekal bei Meningitis). Ketoconazol und Amphotericin B können kombiniert werden.


Gesetzliche Regelungen:
Keine Meldepflicht, aber Erreger gehört zur Risikogruppe 3 nach Biostoffverordnung!

 

MG, 03.05.2013



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