Fachinformationen - Brucellose


Brucellose (M. Bang, Maltafieber)

Erreger:
Brucellen (gramnegative, unbegeißelte, nichtsporenbildende Stäbchen): B. abortus, B. canis, B. melitensis, B. suis
Verbreitung:
Weltweit, v.a. in gemäßigten und tropischen Gebieten mit Rinderzucht
Infektionsweg:
Infizierte Tiere (Kühe, Ziegen, Schweine, Schafe) scheiden den Erreger mit der Milch, dem Stuhl und Urin aus. Eine sehr hohe Erregerdichte wurde in Plazentagewebe und Lochien nachgewiesen. Bei direktem, engen Kontakt mit verseuchten Tieren und bei Verzehr von nicht-pasteurisierten Milchprodukten oder Weichkäse kann es zu Infektionen des Menschen kommen. Besonders Schäfer, Landwirte, Tierpfleger, Tierzüchter, Tierärzte, Jäger und das Personal von Molkereien sind infektionsgefährdet Auch bei entsprechend exponiertem Laborpersonal besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Inkubationszeit:
1 Woche bis mehrere Monate
Symptomatik:
In der Anfangsphase finden sich unspezifische Symptome wie Müdigkeit, mäßiges Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach einem kurzen beschwerdefreien Intervall kommt es zu einem raschen Temperaturanstieg bis 40ºC. Typisch ist ein undulierender Fieberverlauf (die Fieberschübe können 1-3 Wochen anhalten). Es wurden jedoch auch intermittierende Verläufe oder febris continua beschrieben. Im Stadium der Organmanifestation können Hepatosplenomegalie, gelegentlich begleitet von einem Ikterus, und Lymphadenopathie auftreten. Nach einigen Tagen beginnt meist die Rekonvaleszenzphase. Es kann jedoch über Monate hinweg zu einem Wiederauftreten der Symptomatik kommen.Relativ häufig treten komplizierend Arthritiden und Spondylitiden, Manifestationen am Genitourethraltrakt (Orchitis, Epididymitis), neurologische Ausfälle (periphere Neuritiden, Meningoenzephalitiden) und Manifestationen am Herzen (Endokarditis) hinzu. Die Letalität der unbehandelten Erkrankung liegt bei ca. 2%. Humane Infektionen mit B. abortus verlaufen häufig mild oder inapparent.
Diagnostik:
Versuch der Erregeranzucht aus dem Blut, Knochenmark, Urin, Liquor oder Biopsien. Serologischer Nachweis von spezifischen Antikörpern (ELISA, KBR), evtl. Therapiekontrolle über Antikörperverlauf möglich.
Differentialdiagnose:
Typhus abdominalis, Tuberkulose, Tularämie, Borreliose, virale Hepatitiden, Influenza, Hämoblastosen.
Therapie:
Doxycyclin plus Rifampicin, Cotrimoxazol plus Rifampicin. In ca. 5% der therapierten Fälle kommt es zu Rückfällen, diese sind meist nicht durch resistente, sondern persistierende sensitive Erreger verursacht, so daß die gleiche Medikation nochmals verabreicht werden kann. Bei Therapie in der akuten Phase (während der ersten 3 Monate) sind die Heilungsaussichten nahezu 100%, später zwischen 60 und 80%.
Prophylaxe, Immunität:
Sanieren der Nutztierbestände (Impfung der Jungtiere). Vorsicht beim Umgang mit potentiell infektiösen Tieren und allen erkrankten Menschen. In Endemiegebieten sollte der Verzehr von nicht pasteurisierten Milchprodukten vermieden werden. Nach durchgemachter Erkrankung besteht eine langanhaltende Immunität.
Gesetzliche Regelungen:
Nach §7, Abs.1 des IfSG besteht Meldepflicht für den direkten oder indirekten Erregernachweis.

MG,SH, 26.11.2012



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