Fachinformationen - Blastomykose


Blastomykose

Erreger:

Blastomyces dermatitidis, dimorpher Pilz; Familie Onygenaceae
Verbreitung:
Kanada, USA (endemisch in den Regionen Ohio und Mississippi) , fokales Vorkommen in Afrika (Tunesien, Tansania, Zaire, Zimbabwe, Madagaskar, Südafrika), Israel, Saudi-Arabien.
Infektionsweg:
Inhalation von sporenhaltigen Staubpartikeln. Eine direkte Übertragung von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch wird praktisch nicht beobachtet.
Inkubationszeit:
wenige Wochen bis Monate; im Mittel 45 Tage
Symptomatik:
Die Blastomykose manifestiert sich häufig als eine kurzdauernde Lungenentzündung. Hierbei finden sich Fieber, Husten, Atembeschwerden, Nachtschweiß und pulmonale Infiltrate. Die Symptome sind nach 1-3 Wochen meist rückläufig. Bei einem Teil der Patienten können sich extrapulmonale Manifestationen anschließen. Meist erfolgt die Ausbreitung des Erregers im Körper schleichend. Da die Atemwegssymptomatik sehr milde verlaufen kann, hat sich die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung häufig außerhalb der Lungen manifestiert. Am häufigsten findet sich hierbei ein Befall der Haut, besonders im Gesicht und an den Unterarmen. Die Hautläsionen sind meist rötlich, verkrustet und dunktel pigmentiert. Später kann ein geschwüriger Zerfall oder eine Verhornung auftreten. Auch ZNS, Gastrointestinaltrakt, Knochen, Prostata oder Nebenhoden können befallen werden. Im Verlauf der Erkrankung klagen die Patienten oft über ein allgemeines Schwächegefühl, Gewichtsverlust und erhöhte Temperaturen. Die pulmonalen Herde können zu einer Kavernenbildung mit späteren Superinfektionen, die zerebralen Läsionen zu entsprechenden neurologischen Herdsymptomen führen. Unbehandelt nimmt die disseminierte Blastomykose nahezu immer einen tödlichen Verlauf.
Diagnostik:
Erregernachweis in Proben nach Ausschwemmung mit Kalilauge und Anzüchtung aus Sputum, BAL, Biopsaten.Serologie: Hoch spezifisch ist der Nachweis präzipitierender Antikörper mittels Immundiffusion. Ein Antikörpernachweis bei lokaler Blastomykose gelingt jedoch nur in ca. 60%, mit zunehmender Disseminierung häufiger.
Differentialdiagnose:
Infektionen durch andere Erreger außereuropäischer Systemmykosen und vor allem Tuberkulose.
Therapie:
Bei leichteren Formen: Itraconazol, Fluconazol oder Ketoconazol; bei schwerer, disseminierter Blastomykose: initial über 2-3 Monate Amphotericin B, anschließend Itraconazol.
Gesetzliche Regelungen:
Keine Meldepflicht; aber Erreger gehört zur Risikogruppe 3 nach Biostoffverordnung!

RMZ, 15.06.2009



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