Fachinformationen - Angiostrongioliasis


Angiostrongioliasis (eosinophile Meningoenzephalitis und abdominale Angiostrongioliasis)

 Bildquelle: Werner Schönherr


Erreger:

Parastrongylus cantonensis, Parastrongylus costaricensis
Verbreitung:
Weltweit
Infektionsweg:
Ingestion der infektiösen Larven beim Verzehr von rohen oder ungenügend gekochten Schnecken oder Krebsen und Garnelen. Ebenso wurden Infektionen nach Verzehr von larvenhaltigem Wasser und Gemüse beschrieben. Der Mensch stellt nur einen akzidentiellen Wirt dar, der normale Zyklus verläuft zwischen Ratte (Endwirt) und Mollusken (Zwischenwirte).
Inkubationszeit:
1 - 3 Wochen
Symptomatik:
Bei einer Infektion mit P.cantonensis treten Symptome einer meningealen Reizung auf. Die Patienten klagen meist über schwere Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, leichtes Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Sie wirken weniger krank als bei einer bakteriellen Meningitis. In ca. 5% der symptomatischen Erkrankungen treten neurologische Herdsymptome wie z.B. Augenmuskellähmungen oder Parästhesien auf. Die Symptomatik hält meist nur wenige Tage an, die Erkrankung kann jedoch auch einen über Monate anhaltenden, selten auch letalen Verlauf nehmen. Die Symptomatik einer Infektion mit P.costaricensis, von der hauptsächlich Kinder betroffen sind, ähnelt einer Appendizitis. Die Patienten klagen über Appetitlosigkeit, Übelkeit., Leibschmerzen und Druckschmerzhaftigkeit im rechten Unterbauch. Bisweilen ist dort eine Schwellung tastbar. Bei chirurgischer Intervention findet man Entzündungsherde in der Darmwand mit thrombotischen und nekrotischen Veränderungen, sowie Wurmlarven in den regionalen Lymphknoten und Eigranulome in der Subserosa.
Diagnostik:
In Endemiegebieten wird die Diagnose anhand der klinischen Symptomatik und entsprechender Anamnese (Molluskenverzehr) gestellt. Bei P.cantonensis-Infektion zeigt sich eine Liquorpleozytose mit deutlicher Eosinophilie, bisweilen lassen sich Larven im Liquor oder im Auge nachweisen. Eine Bluteosinophilie ist nicht immer nachweisbar, kann jedoch auch sehr ausgeprägt sein.
Differentialdiagnose:
Tuberkulöse Meningitis, zerebrale Toxoplasmose, zerebrale Zystizerkose, Appendizitis
Therapie:
Albendazol, Mebendazol, Thiabendazol, Levimazol
Prophylaxe, Immunität:
Nahrungsmittelhygiene beim Verzehr von Schnecken, Garnelen, Krebsen
Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG.

RMZ, 29.08.2012



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