Fachinformationen - Ancylostomiasis


Ancylostomiasis (Hakenwurmkrankheit)


Bildquelle: Denis Zimmer

Erreger:

Ancylostoma duodenale, Necator americanus (Helminthen, Nematoda)
Verbreitung:
Die Erreger kommen bevorzugt in den Tropen und Subtropen, seltener in gemäßigten Klimazonen vor.
Infektionsweg:
Das Eindringen der filariformen Larven erfolgt perkutan. Diese gelangen hämatogen über die rechte Herzkammer in die Lunge. Dort findet die Weiterentwicklung der Larven statt, die dann über das Bronchialsystem zum Kehlkopf auswandern, um dann verschluckt zu werden. Die Larvenwanderung kann über mehrere Monate sistieren. Die Adulten parasitieren einige Jahre hauptsächlich im Jejunum. Die Präpatenzzeit beträgt 5 – 8 Wochen. Die Erreger können ausschließlich im Menschen ihren Entwicklungszyklus durchlaufen. Die Wurmeier werden mit dem Stuhl ausgeschieden und sind innerhalb eines Tages infektiös.
Inkubationszeit:
Bis zum Auftreten der pulmonalen Symptomatik ca. 1 Woche, bis zum Beginn der abdominellen Symptomatik ca. 4 Wochen
Symptomatik:
Das Eindringen der Larven in die Haut kann zu stark juckenden, allergischen Hautreaktionen führen. Eine pulmonale Symptomatik tritt nur bei ausgeprägter Infektion auf. Der Blut- und Eiweißverlust im Dünndarm steht klinisch im Vordergrund. Die adulten Würmer haften an der Mukosa und saugen Blut. Bei massivem Wurmbefall kann es zu entsprechend großen Blutverlusten kommen. Die Patienten beklagen meist Leibschmerzen, Appetitlosigkeit, Meteorismus und blutig-schleimige Durchfälle. Chronischer Befall kann zu ausgeprägter Anämie führen. Der Eiweißverlust kann Kachexie verursachen sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit, Entwicklungs- und Wachstumsstörungen zur Folge haben. Eine schwere Ancylostomiasis kann zum Tode führen.
Diagnostik:
Nachweis der Eier bzw. Larven im Stuhl, Eosinophilie
Therapie:
Mebendazol, Albendazol
Prophylaxe, Immunität:
In Endemiegebieten sollten feste Schuhe getragen werden. Hygienische Maßnahmen, um die Verbreitung der Eier zu vermeiden. Es entsteht keine Immunität.
Gesetzliche Regelungen:
Bei Gruben- und Tunnelarbeitern gilt die Hakenwurmerkrankung als Berufskrankheit.

RMZ, 30.08.2012



Drucken

Zur Website www.gesundes-reisen.de