Fachinformationen - Aktinomykose


Aktinomykose

Erreger:

Actinomyces spez., hauptsächlich Actinomyces israelii und A. gerensceriae (gram-positive, nichtsäurefeste, anaerobe bis mikroaerophile, teilweise sporenbildende Bakterien)
Verbreitung:
Weltweit
Infektionsweg:
Die Erreger der Aktinomykose sind Bestandteil der normalen Standortflora und kommen im Mund-Rachen-Raum sowie im Dickdarm des Menschen vor. Infektionen durch Gewebsverletzungen, u.a. bei schlechter Mundhygiene.
Inkubationszeit:
Sehr unterschiedlich, wahrscheinlich Wochen bis Monate.
Symptomatik:
Die Erkrankung verläuft chronisch und ist meist in den Weichteilen des Unter- oder Oberkiefers, seltener im Thorax oder Abdomen lokalisiert. Bisweilen kommt es zu einer hämatogenen Streuung des Erregers. Die anfängliche harte Infiltration dehnt sich langsam tumorartig aus. Es kommt zu einer zunehmenden blauroten Verfärbung des Primärherdes, verbunden mit einer nekrotisierenden Einschmelzung, was zu Perforationen oder Fistelbildung führen kann. In dem austretenden Eiter lassen sich die gelblichen Drusen erkennen. Bei Organbefall (Lunge, Darm) kann es zu Fieber und Schüttelfrost kommen. Die Infektion heilt nicht spontan aus.
Diagnostik:
Mikroskopischer Nachweis von Drusen im Fisteleiter oder in Gewebebiopsien. Aus dem gleichen Material kann auch die Erregeranzucht erfolgen.
Differentialdiagnose:
Tumorerkrankungen, Tuberkulose.
Therapie:
Eine chirurgische Sanierung des Herdes ist erforderlich. Als Antibiotika sind Penicillin, Amocillin/Clavulansäure oder Imipeneme über individuell unterschiedliche Zeiträume indiziert.
Gesetzliche Regelungen:
Es besteht keine Meldepflicht nach IfSG.

RMZ, 30.12.2011



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