Fachinformationen - Affenpocken Virus


Affenpocken Virus

Bildquelle: Jäger

Erreger:
Affenpockenvirus, Familie Poxviridae, Genus Orthopoxvirus; Doppelstrang-DNA-Virus
Verbreitung:
In weiten Teilen der tropischen Regenwälder West- und Zentralafrikas. Die jährliche Inzidenz ist mit 0,63/10 000 sehr gering. Nachgewiesen wurde der Erreger in den tropischen Regenwäldern von Nigeria, Kamerun, Gabun, Elfenbeinküste, Sierra Leone und Liberia. In der Demokratischen Republik Kongo wurden in den letzten Jahren wiederholt Ausbrüche beobachtet, bei denen mehr als 500 Menschen erkrankten. 2011: Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo in der Provinz Equateur (an der Nordgrenze zur Zentralafrikanischen Republik, ZAR).
Infektionsweg:
Wahrscheinlich meist durch infizierte Hörnchenarten (Genus Heliosciurus und Funisciurus) und andere Nagetiere. Auch über den Kontakt mit infizierten Affen. Tröpfcheninfektion ist möglich. Eine direkte Übertragung von Mensch-zu-Mensch kommt jedoch nur selten vor.
Inkubationszeit:
7 – 21 Tage
Symptomatik:
Das klinische Bild ähnelt den Pocken. Prodromalstadium mit Fieber, starken Kopfschmerzen und Lymphknotenschwellungen. Das eruptive Stadium beginnt mit Hautveränderungen im Gesicht, die sich auf den Stamm und die Extremitäten ausdehnen. Auch schmerzhafte Schleimhäutläsionen können auftreten. Die Hauterscheinungen durchlaufen die für die Pocken typischen Stadien: Maculae, Papulae, Vesiculae und Pustulae.
Selten kommt es zur Erblindung. Sehr selten werden tödliche hämorrhagische Verläufe beobachtet.
Diagnostik:
Material, das vermehrungsfähige Affenpockenviren enthalten könnte, darf nur in Speziallaboren (Sicherheitsstufe 3) untersucht werden. Versuch eines Virusnachweises mittels Elektronenmikroskopie, Anzucht (z.B. auf Chorioallantois Membran). Antigennachweis mittels PCR oder Immunfluoreszenztechnik. Serologische Tests (ELISA).
Differentialdiagnose:
Im präeruptiven Stadium: Influenza, Leptospirose, Typhus, Virale Hämorrhagische Fieber; im eruptiven Stadium: Varizellen, Zoster, Syphilis, Skabies, Tanapocken.
Therapie:
Symptomatisch, Verhinderung von Sekundärinfektionen
Prophylaxe und Immunität
Bis in die 1970er Jahre bestand in vielen Ländern eine Impfpflicht gegen die Pocken, daher sind zahlreiche Menschen weltweit in gewissem Umfang auch gegen Affenpocken geschützt. Die nach 1980 Geborenen haben aufgrund fehlender Pockenimpfung einen geringeren Schutz vor der Erkrankung. Aus diesem Grund könnte die Bedeutung der Affenpocken in der Zukunft zunehmen.
Gesetzliche Regelungen:
Nicht namentlich im Infektionsschutzgesetz erwähnt; jedoch besteht eine allgemeine Meldepflicht, bei akuten Infektionen, die eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen.

Weitere Artikel

RMZ, 13.08.2012



Drucken

Zur Website www.gesundes-reisen.de