Reiseinformationen - Unfall: Wildtiere


Unfälle mit Wildtieren

Bildquelle: Irina Klein


Unfälle mit Tieren sind selten. Meist werden sie durch Leichtsinn oder Fehlverhalten unter Alkoholeinfluss ausgelöst.

Die Risiken bleiben klein, wenn Sie sich an folgende Hinweise halten:

Verletzungen als Folge von Angriffen durch Flusspferde sind möglich. Halten Sie daher beim Rafting oder bei einer Kanu-Safari immer genügend Abstand von einer Flusspferdherde. Insbesondere Flusspferdkühe verstehen eine Annäherung leicht als einen Angriff auf ihre Kälber und sind zu deren Verteidigung jederzeit bereit. Krokodile können unter Wasser am Grund eines Flusses oder Sees lauern, für den Menschen vom Ufer aus nicht sichtbar. Beachten Sie örtliche Warnschilder!

Bildquelle: Jäger

Gifttiere in den Tropen können gefährlich sein. Touristen sind von Verletzungen durch tropische Gifttiere, im Gegensatz zur ländlichen einheimischen Bevölkerung, selten betroffen. Unfälle geschehen vor allem bei der Feldarbeit, kaum im Haus oder Hotel.

 

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Biss, sollten Sie sich an folgende Regeln halten:

Bildquelle: Irina Klein

Mit geringen Abweichungen gelten diese Empfehlungen für alle Schlangenbisse und sind weitgehend erprobt und etabliert. Durch den Verband wird das Ausbreiten der Nerventoxine verzögert. Zu beachten ist, dass nicht jeder Biss zu Vergiftungserscheinungen führt, da häufig bei so genannten Abwehrbissen kein Gift in das Gewebe eingebracht wird. Jedoch sollte jeder Biss solange als komplikationsträchtige Vergiftung angesehen werden, bis anhand von Laborbefunden die Situation umfassend eingeschätzt werden kann. Eine Untersuchung und Behandlung durch medizinische Fachleute ist unbedingt erforderlich.

Die Verabreichung von Schlangenseren (Gegengifte oder Antisera) gehört nicht zu den Erste-Hilfe-Maßnahmen! Antisera sollen und dürfen nur von einem Arzt, der auf alle Risiken und u.U. tödlichen Komplikationen vorbereitet ist, angewendet werden!

 

Folgende Maßnahmen sind unbedingt zu unterlassen:

Bildquelle: Irina Klein

Es gibt über 2.500 Schlangenarten, ein Fünftel davon sind im engeren Sinne Giftschlangen. Schlangen gehen vor allem nachts auf Jagd. In manchen Regionen Afrikas, Südamerikas und Asiens enden Giftschlangenbisse bei schlechter medizinischer Versorgung, vor allem bei Kindern, häufig tödlich.

Skorpione sind nachtaktiv in tropischen und subtropischen Regionen sowie im Mittelmeerraum. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen, Blättern oder im Sand. Skorpionstiche sind schmerzhaft; es können aber auch allgemeine Reaktionen auftreten wie Taubheit des gestochenen Körperteils, Luftnot, Herzrasen, Muskelkrämpfe. Kinder scheinen im Gegensatz zu Erwachsenen besonders empfindlich zu reagieren; sie sollten nach einem Stich sofort zu einem Arzt gebracht werden. Bezüglich der Giftigkeit gibt es eine (aber nicht immer zutreffende) Faustregel: großer Skorpion mit breiten Scheren - eher ungiftig; kleiner Skorpion mit schmalen Scheren - eher giftig.

Die meisten Spinnentiere sind zwar giftig, aber für den Menschen trotzdem ungefährlich. Das gilt auch für die zu Unrecht gefürchtete Vogelspinne. Ausnahmen stellen die Schwarze Witwe und die Bananenspinne dar. Der Biss der Schwarzen Witwe führt zu einem sich stetig steigernden, zunächst nur die Lymphknoten betreffenden, später in Bauch- und Lendenbereich ausstrahlenden unerträglichen Schmerz. Für die Behandlung gelten dieselben Regeln wie bei Skorpionstichen: Wenn möglich, direkt nach einem Biss ins Krankenhaus.

Bei Gifttierverletzungen sollten Sie im Zweifel ärztlichen Rat suchen:

Das mehr oder weniger giftige Sekret von Bienen, Wespen oder Ameisen kann durch eine Überreaktion des Abwehrsystems des Opfers auch in kleinsten Mengen zu gefährlichen Situationen führen (Anaphylaxie). Daher sollten sich Reisende mit bekannter Neigung zu schweren allergischen Reaktionen am besten vor der Reise mit ihrem Allergiearzt besprechen und mit einem Notfallset (Adrenalin, Kortison und Antihistaminika) ausrüsten. Eine Bescheinigung des Arztes über die Notwendigkeit des Spritzen-Sets kann bei einer Kontrolle des Gepäcks durch die Zollbehörden hilfreich sein!

 

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RMZ, 17.10.2012



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