Fachinformationen - Sexualitšt, neue Partner, Sextourismus


Sextourismus

 Bildquelle: Till Bartels


Prostitution in oder aus Entwicklungsländern hat soziale Gründe: Armut-Reichtumsgefälle, Ausweglosigkeit, Krieg (z.B.: Indien) und Abhängigkeit. Aus Thailand, Philippinen, Sri Lanka, Burkina Faso, Mali, Elfenbeinküste, Benin und auch Brasilien wird über die Versklavung von Kindern berichtet, die in die Prostitution verkauft werden:

Laut UNICEF sind weltweit mehr als zwei Millionen Kinder unter 18 Jahren in der Prostitution tätig, wegen der großen Dunkelziffer hält selbst UNICEF diese Zahl für viel zu niedrig. Durch die Angst vor Aids ist die Nachfrage nach "unberührten" Mädchen und Jungen und damit der Handel mit Kindern erheblich angestiegen. Sexuelle Ausbeutung von Kindern ist ein Straftatbestand und seit der Einführung des Exterritorialprinzips in Jahr 1993 können Täter in Deutschland auch für im Ausland begangene Straftaten verurteilt werden. Obwohl die Zusammenarbeit der Behörden in solchen Fällen noch erheblicher Verbesserung bedürfen, gibt es erste Erfolge bei der Umsetzung dieses Gesetzes. So wurde z.B. im Dezember 1998 ein 53-jähriger Mann vor einem bayrischen Gericht wegen sexuellem Missbrauch von Kindern in Thailand schuldig gesprochen und zu vier Jahren Haft verurteilt. (www.ecpat.de)

Sextourismus spielt bei der Verbreitung des HI-Virus, insbesondere in Entwicklungsländern, eine bedeutende Rolle.

Bildquelle: Kottmeier


Eigentlich müsste man annehmen, dass mit Sexualität verbundene Risiken im "professionellen" Bereich niedriger sind, da dort Kondombenutzung meist zum Standard gehört. Dass dies nicht so ist, liegt häufig an begleitendem Alkohol- oder Drogenkonsum, der rationales Verhalten erschwert oder ausschließt. Ein weiterer Grund liegt darin, dass abhängige Menschen, insbesondere Kinder, in schwierigen sozialen und gesellschaftlichen Verhältnissen ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht durchsetzen können.

Wie ein Kondom aussieht, und dass es das Übertragungsrisiko unangenehmer Infektionen senkt, ist Freiern und Prostitutierten beiderlei Geschlechts bekannt. Sexualität hängt aber nicht nur von den handelnden Personen ab, sondern auch von dem sozialen, familiären, kulturellen und gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang, in dem sie stattfindet. Verhalten kann nur in engen Grenzen von einem Individuum selbst bestimmt und alleinverantwortlich verändert werden. Mit dem Eingehen oder dem Erleiden sexueller Risiken sind deshalb spezifische Faktoren verbunden:

Risikoarmes Verhalten ist demgegenüber oft abhängig von:

Hinsichtlich der Infektionsübertragung stellen in der Prostitution zudem Käufer und Verkäufer sexueller Dienstleistungen gleichermaßen ein potentielles Gefahrenpersonal füreinander dar (im Gegensatz zu anderen gewerblichen Kontakten, wie z.B. bei dem Verkauf von Lebensmitteln). Gesundheitsrisiken gehen in der Regel von denen aus, die als Konsument oder Arbeitgeber Sex ohne Kondome verlangen. Personen, die in der Prostitution häufiger von Infektionen betroffen sind, können meist nicht über die Ausgestaltung ihres Arbeitsplatzes entscheiden oder sind durch ihre Suchtkrankheit dazu nicht in der Lage.

Nachhaltige Präventions-Maßnahmen zur Senkung sexueller Infektionsrisiken in der Prostitution wirken daher oft nicht durch „Aufklärung", sondern durch die Stärkung des Selbstwertgefühls derjenigen Betroffenen, die sich als Sexualpartnerinnen oder -partner in einer schwächeren, verletzlicheren Position befinden könnten.

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RMZ, SH, 15.10.2013



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