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Sexualität


Erotik, Liebe, Partnerschaft und Sexualität berühren sehr persönliche Lebensbereiche, über die normalerweise nur im Privatleben geredet wird. Es ist erotisch, die Wärme der Haut zu fühlen, ein Gesicht zu sehen, einen Duft einzusaugen, um etwas zu kämpfen, jemanden zu beherrschen, sich jemandem zu ergeben; es bedeutet Ruhe, Ekstase, Wildheit, Kuscheltrieb und Geborgensein und vieles mehr. Lebenslust, Emotionalität und erotische Gefühle sind irrational. Sie gelten deshalb in vielen Kulturen, auch häufig im Alltag der unseren, als potentiell gefährlich, subversiv oder zumindest suspekt.

Bildquelle: K. Bloch

Das liegt daran, dass Nähe, Geborgenheit und Verschmelzen mit einem anderen sehr tiefe Bedürfnisse des Menschen darstellen und Sexualität auch immer mit persönlicher Macht verbunden war und ist.

Erotik beginnt spielerisch, aber der Reiz besteht gerade darin, dass der harmlose Spaß aufhört und etwas Neues, Unbekanntes geschieht. Damit sind auch Risiken verbunden, die bei klugem Verhalten aber leicht vermieden werden können: ungewollte Schwangerschaften, Aids und Geschlechtskrankheiten.

Risikoarmes Verhalten beim Sex ist keine Frage der Technik, sondern hängt vor allem von Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Selbstachtung ab. Optimismus, Verantwortungsgefühl, Fähigkeit zur stabilen Partnerbindung, Verständnis für andere, Vertrauen, Offenheit, Wohlfühlen, Gelassenheit, Spaß am Leben halten die Risiken klein. Ein Mann, der beim Kondomüberziehen lachen kann, hat die Technik vermutlich gut im Griff und geht damit ein geringeres Risiko ein. Eine Prostituierte, die sich stark fühlt, zwingt ihren Freier zur Kondombenutzung, oder wirft ihn hinaus. Eine selbstbewusste Frau, die auf einen verständnisvollen Mann trifft, kann mit ihm ihre Gedanken zu Empfängnisverhütung oder Kinderwunsch klären. Ein Jugendlicher, der mit seinem Schwarm ins Bett will, aber nicht weiß, wie er das anstellen soll, macht vielleicht einen Bogen um eine angstbezogene Thematisierung des Gespenstes „Aids“, aber ist offen für Informationen zu „Lebenslust statt Jugendfrust“.

 Bildquelle: Till Bartels

Spezielle Hinweise und Tipps zur Senkung von Infektionsrisiken
Bei der Mehrzahl der sexuellen Kontakte ist das Risiko einer Übertragung von Infektionserregern klein. Gelegentlich können Infektionserreger sogar von der Körperabwehr zerstört werden, bevor es zu einer Vermehrung der Keime oder zu einer Erkrankung kommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Sexualkontakt übertragene Infektionserreger zu Krankheiten führen, hängt vor allem ab von:

Alle sexuell übertragbaren Erkrankungen fördern die Übertragung von jeweils anderen Krankheitserregern im Genitalbereich. Das gilt auch für die Übertragung von HIV („Aids-Virus“). Erkrankungen, die Geschwüre in der Genitalregion verursachen, wie genitaler Herpes oder Syphilis u.a., steigern die Übertragungswahrscheinlichkeit von HIV, Hepatitis B und anderen Viren um ein Vielfaches!

Die Virus-Übertragung wird auch von Erkrankungen begünstigt, die zu Eiteransammlungen in den Genitalorganen führen oder die Schleimhäute verletzen (Gonorrhoe, Chlamydien, Trichomonaden, Pilze).

Der positive Ausfall des HIV-Antikörpertest zeigt eine bestehende Infektion an, aber nicht unbedingt eine bestehende Erkrankung. Ein negativer Test schließt eine HIV-Infektion nicht aus, da der Test erst sechs Wochen nach Ansteckung positiv wird! Die Wahrscheinlichkeit, HIV bei einem sexuellen Kontakt zu übertragen, ist in den ersten Wochen der Infektion und dem Endstadium von Aids am größten. Die Körperabwehr hat sich in den ersten Wochen nach dem ersten Kontakt noch nicht auf das Virus eingestellt. Das Virus kommt dann in größeren Mengen in der Blutbahn vor. Durch das Auftreten erster Antikörper wird das Virus verdrängt und bleibt nur im Inneren einiger Zellen der Körperabwehr erhalten. In dieser Frühphase, die Wochen bis Monate dauern kann, ist der HIV-Antikörpertest meist noch negativ!

Häufig erfolgen Übertragungen der genannten Infektionen unter dem Einfluss von Alkohol. Bei Gelegenheitssexualität sind die Infektionsrisiken oft sehr hoch, insbesondere dann, wenn keine Kondome benutzt werden. In Partnerschaften sind Infektionsrisiken dagegen wesentlich niedriger; in andauernden, stabilen (monogamen) Beziehungen, gegenseitiger Masturbation oder bei Selbstbefriedigung fehlen sie völlig.


Besonderheiten von sexuell übertragbaren Infektionen bei Frauen

Besonderheiten von sexuell übertragbaren Infektionen bei Männern


Sexuelle Risiken können nur dann 100%ig vermieden werden, wenn auf Sex verzichtet wird. Die Risiken sind jedoch auch dann verschwindend klein, wenn man Partnerschaften eingeht, in denen man offen reden kann, sich kennt und gegenseitige Verantwortung und Vertrauen aufbaut. Die Risiken, auch für den dauerhaften Partner, steigen wenn (meist wenig befriedigender) Gelegenheitssex ins Spiel kommt. Je unprofessioneller Prostitution abläuft (z.B. auf dem Drogenstrich), desto höher ist das Risiko. Kondome senken auch bei Gelegenheitssex die Risiken auf ein Minimum, wenn sie richtig benutzt werden.
Fehler bei der Kondombenutzung sind aber leider häufig:

Je selbstverständlicher Kondome benutzt werden, je geübter sie angewendet werden, desto geringer ist das Risiko des Zerreißens. Sexuell aktive Menschen sollten möglichst über einen Hepatitis-B-Impfschutz verfügen und ggf. auf Auffrischimpfungen achten. Bei jeder genitalen Infektion sollte Blutserum auf Syphilis kontrolliert werden, da diese leicht therapierbare Erkrankung bei ungenügender Antibiotikagabe (z.B. bei einer Gonorrhoebehandlung) unbemerkt schleichend verlaufen kann.
Die HPV-Impfung (gegen Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs) ist sinnvoll bei Mädchen, die noch keine Sexualkontakte hatten.

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RMZ, SH, 16.04.2013



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