Reiseinformationen - Medikamente: Kondom-Qualität


Kondome und Qualität

Das südafrikanische Gesundheitsministerium rief im August 2007 200 Millionen Kondome zurück, nachdem bekannt wurde, dass ein Latexprodukthersteller Mitarbeiter der staatlichen Qualitätssicherung bestochen hatte. Die ausgelieferten Kondome wiesen kleinste Perforationen auf, die nicht unbedingt zum Reißen führen mussten, aber die Schutzwirkung in Frage stellten.

In vielen Entwicklungsländern sind Kondome von zweifelhafter Qualität, insbesondere wegen fehlerhafter Lagerung bei heißem Klima oder bei direkter Sonnenbestrahlung.

Bildquelle: K. Bloch

Nach Abstinenz sind Kondome das wirksamste Mittel zur Vermeidung sexuell übertragbarer Erkrankungen wie Aids. Auch hinsichtlich der Empfängnisverhütung sind sie sehr zuverlässig, wenn sie richtig angewandt werden (häufige Fehler sind: Öl-Kontakt, spitze Fingernägel, Lufteinschlüsse).

Vor Reisen sollten frisch besorgte Kondome möglichst im Reisegepäck mitgeführt werden. In Deutschland halten sich die Hersteller an das DLF-Gütesiegel (DLF = Deutsche Latex-Forschungs- und Entwicklungsgemeinschaft), das zuerkannt wird, wenn die Produktion festgelegten Normen entspricht und unabhängige Prüfungen erfolgten. Getestet werden die Kondome auf:

Die Europa Norm EN 600 (1996) legte Mindestanforderungen an die Qualität von Kondomen fest. Nach dieser Norm müssen bei Kondomen bestimmte Eigenschaften für ein sog. CE-Prüfkennzeichen erfüllt sein (Länge min. 170 mm, Breite 44-56 mm, Wandstärke 0,04-0,08 mm, Dichtigkeit, Berstvolumen min. 18 Liter, elektronische Einzelprüfung, Reißfestigkeit, Dehnbarkeit auf das Siebenfache der Normalgröße). Seit 2002 gilt nun die internationale Norm EN ISO 4074, die einen flexibleren Spielraum für die Kondomgröße vorsieht.

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RMZ, 16.04.2013



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