Reiseinformationen - Konnektivität und Seuchen in Südostasien


Konnektivität und neue Seuchen in Südostasien

Das Zusammenleben von Mensch und Tier kann, besonders dort, wo es auf engstem Raum stattfindet, leicht Ausgangspunkt für die Ausbreitung von Seuchen sein. Vielfältige Berührungspunkte (Konnektivität) unter einfachen hygienischen Bedingungen sowie eine entsprechende Konzentration von Menschen, Tieren und tierischen Produkten schaffen günstige Voraussetzungen für das Auftreten neuer Infektionskrankheiten.
 

Bildquelle: Till Bartels



IRIN

In einem aktuellen Beitrag [Volltext] betonen die Autoren von IRIN die folgenden Punkte:


Kaum überraschend ist daher, dass eine Reihe neuer Infektionskrankheiten („emerging infectious diseases“) der letzten Jahre in Südostasien ihren Ursprung hatten:

 

Bildquelle: BNI / BW


Barrieren
Oft werden gleich mehrere Speziesbarrieren überwunden, z.B. Vögel, Schwein, Mücke, Mensch. Schweine eignen sich aufgrund ihrer genetischen Ähnlichkeit mit dem Menschen hervorragend als Erregerreservoir. Im Schwein tauschen verschiedenste Viren ihre Erbsubstanz untereinander aus (Reassortment), was zu virulenteren und infektiöseren Varianten führen kann. Auch das Reisen spielt eine Rolle bei der Verbreitung von Krankheitserregern im südostasiatischen Raum. Zunehmende Visa-freie Mobilität und Billigreisen innerhalb der „Risikoregionen“ begünstigen die Weiterverbreitung neuer Erreger zusätzlich.


SARS

Am Beispiel SARS, einer Erkrankung, an der bis Juli 2003 mehr als 770 Menschen verstarben, zeigte sich wie eine einzige Stadt Ausgangspunkt für eine Pandemie werden kann. Hongkong ist gleichermaßen Knotenpunkt für intensive Mensch-Tier-Kontakte sowie ein Drehkreuz für den Internationalen Flugverkehr. Vor dem Hintergrund „günstiger“ Ausbreitungsbedingungen werden einzelne Personen mitunter zu „Superspreadern“ (s.u.). Ein Arzt vom chinesischen Festland, der sich Anfang 2003 mit dem SARS-Erreger infizierte, infizierte während seines Aufenthaltes in einem Hotel im Hongkonger Stadtteil Kowloon 16 andere Hotelgäste. Diese wiederum trugen SARS dann im Zuge ihrer Reiseaktivität nach Kanada, Singapur, Vietnam und Taiwan.


Lesson learned
Der chinesische Gesundheitswissenschaftler Lee Shiu Hung betonte, dass nach dem SARS-Ausbruch in Hongkong vor allem eine Lehre gezogen werden könne:

Solche Zentren können eine Reihe wichtiger Aufgaben übernehmen:

 
 

Bildquelle: BNI / BW


Fazit

Experten und verantwortliche Politiker haben augenscheinlich Lehren aus der SARS-Pandemie und vergleichbaren Ausbrüchen gezogen. Neben Verbesserungen der epidemiologischen Infrastruktur besteht berechtigte Hoffnung auf eine zukünftig bessere Zusammenarbeit südostasiatischer Staaten mit den internationalen Seuchenbehörden.
 

Sonstige Quellen und Links

 

MG, 23.09.2014



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