Fachinformationen - Cyclosporiasis


Cyclosporiasis

Erreger:
Cyclospora cayetanensis (Protozoa), erst seit 1992 taxonomisch eingeordnet.
Verbreitung:
Weltweit, besonders in den wärmeren Klimazonen
Infektionsweg:
Fäkal kontaminiertes Wasser oder Nahrungsmittel, z.B. Beeren. Die ausgeschiedenen Oozysten sind nicht unmittelbar infektiös, weswegen eine direkte fäkal-orale Übertragung nicht oder nur selten vorkommt. Erst nach einer Reifezeit von bis zu einigen Wochen entwickelt sich eine infektiöse Oozyste. Das derzeitige Wissen um Erregerreservoire und Übertragungswege ist noch beschränkt.
Inkubationszeit:
etwa eine Woche
Symptomatik:
Wässrige Durchfälle. Abdominelle Krämpfe. Zu Beginn auch Fieber möglich. Oft ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung. Recht lange Krankheitsverläufe von bis zu 12 Wochen, die mit Gewichtsverlust einhergehen. Asymptomatische Verläufe, aber auch Rückfälle sind nicht ungewöhnlich.
Diagnostik:
Nachweis der Oozysten im Stuhl nach Anreicherung und Spezialfärbung (Kinyoun-Färbung).
Differentialdiagnose:
Sonstige Ursachen wässriger, nicht-blutiger Diarrhoen.
Therapie:
Im Vordergrund steht die symptomatische Therapie (Rehydratation, Elektrolytausgleich). Parallel Antibiotikatherapie, vorzugsweise mit Cotrimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol) über sieben Tage. Bei Immunsupprimierten kann eine Fortführung der Therapie sinnvoll sein, um Rückfälle zu vermeiden.
Prävention:
Nicht wirksam ist die Chlorierung von Trinkwasser. Auch viele Desinfektionsmittel sind nicht ausreichend effektiv. Rohes Obst und Gemüse sollten möglichst gründlich gewaschen und geschält verzehrt werden. Vorsicht mit Obst, welches kein Schälen erlaubt, z.B. Beeren. Häufiges Händewaschen.
Gesetzliche Regelungen:
Nach §7, Abs.1 IfSG besteht KEINE Meldepflicht für den direkten oder indirekten Erregernachweis. Jedoch kann eine namentliche Nennung erforderlich werden, sofern eine örtliche oder zeitliche Häufung von Krankheitsfällen auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist.

Literatur

MG, 01.08.2013



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