Fachinformationen - SFTS-Virus


SFTS-Virus

Erreger:
Das SFTS (engl. Severe Fever with Thrombocytopenia Syndrome)-Virus. Ein Einzelstrang RNA-Virus, das zur Familie der Bunya-Viren gehört. Andere Mitglieder dieser Familie sind das Krim-Kongo-Fieber Virus sowie die Gruppe der Hantaviren. Die größte Ähnlichkeit besteht mit Erregern, die zum Genus der Phleboviren gehören, also beispielsweise dem Rift-Valley-Fieber Virus.

Verbreitung:
Das SFTS-Virus wurde bislang bei Erkrankten in den zentralchinesischen Provinzen Henan und Hubei, im Nordosten Chinas sowie in Japan, in den Präfekturen Ehime, Miyazaki, Nagasaki, Kochi, Saga und Hiroshima, nachgewiesen. Einzelne Fälle wurden auch aus Südkorea gemeldet. Vor allem landwirtschaftlich genutzte Gebirgsregionen scheinen betroffen zu sein.

Bildquelle: Himmel/Gerstenberg

Infektionsweg:
Innerhalb der endemischen Gebiete Chinas konnte der Erreger bei etwa 5% der dort eingesammelten Zecken nachgewiesen werden. Der wichtigste Vektor dürften Zecken der Spezies Haemaphysalis longicornis sein. Der Übertragungsweg der Fälle in Japan ist noch unklar, da es weder Hinweise auf Zeckenstiche gab und sich außerdem der Virus-Subtyp von dem in China nachgewiesenen unterschied. Es existiert Anhalt dafür, dass auch eine direkte Übertragung durch Blutkontakt möglich ist. In den betroffenen chinesischen Gebieten ließen sich Antikörper gegen das SFTS-Virus häufig auch in Ziegen und Hunden nachweisen. Eine Übertragung des Erregers beim Schlachten von Tieren wäre denkbar, da dieser Übertragungsweg auch beim verwandten Erreger des Rift-Valley-Fiebers bekannt ist.

Inkubationszeit:
Sechs Tage bis zwei Wochen.

Symptomatik:
Im Vordergrund der Symptome stehen Fieber und gelegentlich Diarrhoe und abdomineller Schmerz. Auffällige Laborbefunde sind insbesondere Thrombozytopenie (bei 95% der Patienten), Leukozytopenie (b. 86% d. Pat.), Proteinurie (b. 84% d. Pat.) und Hämatourie (b. 59% d. Pat.). Recht schnell kann sich ein Multiorganversagen entwickeln. Das SFTS wies bei den Ausbrüchen in China eine Sterblichkeitsrate von 12% auf. Aufgrund häufig unentdeckt bleibender milderer Infektionen dürfte die tatsächliche Sterblichkeitsrate jedoch deutlich niedriger liegen. Aktuelle Schätzungen für Südkorea gehen von einer Letalität von 6% aus. Neuere Untersuchungen fanden bei 7,2 Prozent von 986 getesteten gesunden Personen in der chinesischen Provinz Zhejiang Antikörper gegen das SFTS-Virus. Demzufolge wäre der Erreger in Teilen Asiens weit verbreitet, führte jedoch nur in einem verschwindend kleinen Anteil der Infektionen zu einer signifikanten Erkrankung. Auf welchem Wege SFTS bei schweren Krankheitsverläufen zum Tode führt, ist noch ungeklärt.

Diagnostik:
Erregernachweis mittels RT-PCR. Der Nachweis von Antikörpern kann über Immunfluoreszenz-Assay, ELISA oder Mikroneutralisationstest erfolgen.

Differentialdiagnose:
Anaplasmose, Hantavirus-Infektion (HFRS), Leptospirose

Therapie:
Eine kausale Therapie existiert nicht. Symptomatische Behandlung.

Prophylaxe, Immunität:
Es existieren keine Impfstoffe. Wichtigste prophylaktische Maßnahmen: Zeckenschutz und Vermeidung von Blutkontakten mit Infizierten. Nach überstandener Infektion finden sich im Serum hohe Konzentrationen spezifischer neutralisierender IgG-Antikörper.


Literatur



Links

 

 

MG, 09.07.2014



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