Reiseinformationen - Malariatherapie mit Artemisinin-Präparaten


Möglicher Zusammenhang zwischen Malariatherapie mit Artemisinin-Präparaten und hämolytischer Anämie

Artemisinin ist ein sehr wirksamer Anti-Malariawirkstoff, der in verschiedenen Malariamedikamenten, darunter auch in bestimmten Notfallmedikamenten für Reisende (z.B. Riamet®), enthalten ist.

Zwischen 2010 und 2012 wurden weltweit mindestens 19 Ereignisse einer verzögert auftretenden Krankheitserscheinungen beschrieben. Es handelte sich um den Zerfall roter Blukörperchen (hämolytische Anämie) bei Patienten, die zuvor wegen einer schweren Malariaerkrankung mit Artemisinin behandelt worden waren. Betroffen waren überwiegend Erwachsene (Median: 50 Jahre, der jüngste dieser Patienten war fünf, der älteste 71 Jahre alt). Bei den Patienten war bei der Malriaerkrankung meist eine sehr hohe Parasitendichte (> 5%) nachgewiesen worden. Sieben der Patienten benötigten eine Transfusionsbehandlung. Innerhalb von acht Wochen verbesserte sich die Anämie jedoch bei allen Patienten deutlich. Hämolytische Anämien werden bei schwerer Malaria auch unabhängig von der Einnahme von Artemisinin beobachtet. Auffällig war hier, dass es sich offenbar nicht um eine direkte Medikamentennebenwirkung handelte, sondern die Probleme verzögert, erst nach bis zu 14 - 21 Tagen, auftraten, dh. zu einem Zeitpunkt bei dem Artemesinin nicht mehr im Körper vorhanden sein konnte. Eine bisher nicht bewiesen Theorie zur Erklärung des Phänomens besagt, dass Parastitenbeladene rote Blutkörperchen unter Artemesinin im akuten Krankheitsbild überleben könnten, dann aber eine sehr verkürzte Lebenszeit aufweisen.

Bildquelle: D. Zimmer

Empfehlungen

Bei Verdacht einer Malaria, d.h. bei jedem Fieber in einem Land, in dem Malaria vorkommt, muss ein Arzt aufgesucht werden, der Malaria dieagnostizieren und behandeln kann. Die Mitnahme eins Notfallmedikamente wie Riamet® macht Sinn, für den Fall, dass ein solcher Arzt nicht erreichbar ist oder um mindere Qualität bei einem Medikamentenkauf vor Ort zu vermeiden. Die Kombination Arthemeter-Lumefantrin (Riamet®) ist als wirksames und sicheres Medikament zur Malariabehandlung gut untersucht (Ndiaye, 2011). In Einzelfällen sind aber bei Patienten mit anderen Grunderkrankungen, die mit diesem Präparat behandelt wurde, schon während der Behandlung hämolytische Anämien beobachtet worden. (Corpolongo 2012).  Auch wenn eine Selbstbehandlung notwendig sein sollte, muss danach unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der eine qualifizierte Nachuntersuchung durchführen kann.

Die Gesundheitsbehörden der USA empfehlen vier Wochen nach Anwendung von Artemisinin-Präparaten eine Blutuntersuchung durchzuführen. Auf diese Weise könnte festgestellt werden, ob tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Medikamenteneinnahme und Hämolyse besteht.

Literatur

Weiter

 

MG, HEF, 02.04.2013



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