Reiseinformationen - Passiv-Rauchen: Schwangerschaft und Kleinkinder


Passivrauchen, Schwangerschaft und Kleinstkinder

Seit Studien an britischen Ärzten in den fünfziger Jahren den Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs nachweisen konnten, wirkt eine starke industrielle Einflussnahme, um Forschungsinteressen auf anderes zu lenken. Bei der WHO war es in den 70iger/80igern die Umlenkung von Public Health Themen wie Rauchen u.a. auf andere Programme (WHO 2000). Obwohl sich die WHO (WHO 2012) und viele Regierungen (Australien 2012) intensiv bemühen aus Ihren Fehlern zu lernen, rauchen z.Z. fast 30% der erwachsenen Weltbevölkerung. Und es wird intensiv daran gearbeitet, dass es bald noch mehr wird. Beispiele: Korea (Lee 2012) und Deutschland (Grüning 2012).

Bildquelle: Karoline Bloch

Passivrauchen hat Auswirkungen auf die Schwangerschaft (Frühgeburtlichkeit, Mangelentwicklung) und die frühkindliche Entwicklung (Ferrence 2010, Peppone 2012).

Das Risiko für Kleinstkinder, die Tabakrauch ausgesetzt sind, ist deshalb hoch, weil sich gerade ihr Immunsystem unter Beteiligung von Stammhirn und der Darmfunktion entwickelt (Menschliches Mikrobiom).

Die Endstrecke der Fasern des in diesem Zusammenhang sehr wichtigen Vagusnerven setzt einen Neurotransmitter (Acetylcholin, ACH) frei, der bei Immunzellen an einem Rezeptor ansetzt, den auch Nikotin belegen kann. (Anti-inflammatorischer Reflex, s. Lit.) Nikotin wirkt an weit vom Hirn entfernten Zellen "beruhigend", d.h. es vermittelt den Immunzellen alles sei o.K., obwohl nichts o.K. ist. Im Gehirn, in dem Nikotin nach einem Lungenzug an einer Zigarette schneller anflutet als Heroin, das injiziert wurde, liegen anders geartete Rezeptoren für ACH (muskarinartig). Nikotin wirkt also im Gegensatz zu anderen Drogen auch nennenswert im Zusammenhang mit der Immunreaktion an hirnfernen Zellen.

Seit vielen Jahren ist bekannt, dass der plötzliche Kindstod u.a. auch mit der Belastung der Atemluft durch Rauch im Zusammenhang steht. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Zellen in wesentlichen Hirnarealen (hinterer Vaguskern und andere Stammhirnkerne), so geschädigt werden können, dass sie zugrunde gehen und damit einen reflektorischen Atemstillstand auslösen können (Tang 2012, Bejjani 2012).

Andere Schadstoffe in der Atemluft (Smog) können sich ähnlich schädlich auswirken (Columbia Centre Child Health)

Empfehlungen für Reisende mit Kleinstkindern:

 Literatur

  Passiv Rauchen, Schwangerschaft, Kleinkinder, Plötzlicher Kindstod

Vermarktungskampagnen

Anti-inflammatorischer Reflex 

Weitere Artikel:

HEF, 10.12.2012



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