Fachinformationen - Exserohilum


Phaeohyphomycosis

Erreger:
Schimmelpilze der Spezies Exserohilum, man unterscheidet: E. rostratum, E. longirostratum und E. mcginnisii.

Verbreitung:
Überwiegend in warmen Klimazonen, zum Beispiel in Indien, Israel und im Süden der USA.

Infektionsweg:
Umgebungskeim. Die Infektion wird begünstigt durch eine bestehende Immunschwäche oder im Falle von Infektionen des Auges durch Verletzungen der Hornhaut. Auch iatrogene Übertragungen durch Injektion kontaminierter Medikamente sind beschrieben.

Inkubationszeit:
Im Falle iatrogener Übertragung des Erregers wurden durchschnittliche Inkubationszeiten von 1-4 Wochen beobachtet. Grundsätzlich können jedoch mehrere Monate zwischen Ansteckung und Krankheitsbeginn liegen.

Symptomatik:
Es wird zwischen invasiver und non-invasiver Infektion unterschieden. Die nicht-invasive Erkrankung betrifft vor allem das Auge und kann zu einer oberflächlichen Keratitis führen. Invasive Infektionen finden sich vor allem bei Patienten mit schwerer Immunschwäche, zum Teil auch bei Diabetikern oder unter Behandlung mit Kortikosteroiden. Die invasive Infektion kann zum Befall der Haut und der Subkutis führen. Endokarditis und Osteomyelitis wurden beobachtet, auch eine invasive Sinusitis und Ausdehnung der Entzündung in das Zentralnervensystem. Im Falle iatrogener Infektionen fanden sich vor allem Fälle von Meningitis. Die Letalität lag hier im Bereich von 7%. Bei Injektion kontaminierter Medikamente in periphere Gelenke resultierten Arthritiden.

Diagnostik:
Patientenproben können nach entsprechender Aufarbeitung direkt mikroskopisch untersucht werden. Ergänzend kann eine Anzucht des Erregers z.B. auf Sabourauds Dextrose-Agar versucht werden. Serologische Nachweisverfahren für den Erreger sind bislang noch nicht etabliert.

Differentialdiagnose:
Sonstige kutane oder subkutane Mykosen. Bei Systemmykose ist die DD abhängig von Befall des jeweiligen Organs.

Therapie:
Itraconazol und Amphotericin B sind im Allgemeinen wirksam, eine Testung des jeweiligen Erregerstammes auf Sensitivität gegenüber Antimykotika ist jedoch zu empfehlen.

Gesetzliche Regelungen:
Keine Meldepflicht.

Links

Nosokomiale Infektionen (Exserohilum rostratum, USA, September 2012)

MG, 24.12.2012



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