Reiseinformationen - Milzentfernung


Milzentfernung (Splenektomie)

Die Milz ist ein links des Magen gelegenes inneres Organ, das eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielt, aber auch eine wichtige Filterstation zum “Aussortieren” älterer roter Blutkörperchen ist. Die Milz ist sehr stark durchblutet, daher können Verletzungen, zum Beispiel durch eine Fraktur des linken Rippenbogens bei einem Unfall, zu inneren Blutungen führen. Diese Blutungen können so massiv sein, dass man ihrer oft nicht anders Herr wird als durch eine operative Milz-Entfernung (Splenektomie, Milzextirpation). Auch bei bestimmten Formen der krankhaften Milzschwellung kann eine Splenektomie notwendig werden.


Erhöhtes Infektionsrisiko
In einigen Fällen wurden bei Patienten nach Milzentfernung besonders schwere Infektionen beobachtet. Hierin kommt die Rolle der Milz als Immunorgan ins Spiel. Nach Milzentfernung besteht eine verminderte Abwehrfähigkeit des Körpers gegen bestimmte bekapselte Bakterien, zum Beispiel Erreger der Lungen- oder Hirnhautentzündung wie Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae B. Die Zahl der Fälle ist insgesamt gering, ein Risiko für besonders schwere Krankheitsverläufe mit Blutvergiftung (Sepsis) besteht jedoch. Man spricht von Postsplenektomie-Syndrom (engl. “overwhelming post-splenectomy infection”, OPSI). Die Sterblichkeit der Erkrankung kann bis zu 70% betragen. Das OPSI-Syndrom kann Tage bis Jahre nach der Operation auftreten. Etwa fünf Prozent der Patienten sind im Laufe ihres Lebens betroffen. Bei Tropenaufenthalten kann auch ein erhöhtes Risiko für Malaria und andere Tropenkrankheiten nicht ausgeschlossen werden. Eine medikamentöse Malariaprophylaxe in Verbindung mit Mückenschutzmaßnahmen bietet, zum Beispiel bei Aufenthalten im tropischen Afrika, auch für Splenektomie-Patienten einen hochwirksamen Schutz vor Malaria.

Impfungen
Durch Impfungen kann das Risiko für Infektionen mit bekapselten Bakterien verringert werden. Den Impfentscheidungen zugrunde liegen sollten jeweils die aktuellen Leitlinien der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut. Insgesamt sollten folgende Impfungen berücksichtigt werden:

Weitere Hinweise
Generell sollte bei Infektsymptomen frühzeitig ärztliche Hilfe gesucht werden. Eine Behandlung mit Antibiotika kann bereits in einer frühen Phase der Erkrankung notwendig sein. Auch Bisswunden gehen (abgesehen vom allgemeinen Tetanus- und Tollwutrisiko) mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher und sollten sorgfältig ärztlich versorgt werden.

Fazit
Bei entsprechendem Verhalten und sorgfältiger Infektionsprophylaxe ist die Reisefähigkeit nach Splenektomie kaum eingeschränkt.

Quellen

 Weitere Artikel

MG, 27.07.2012



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