Fachinformationen - Influenza Impfung: Narkolepsie


Narkolepsie und Pandemrix®-Impfung

In Finnland und Schweden traten im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfkampagne gegen die Schweinegrippe 2009 vermehrt Fälle von Narkolepsie auf, einer Störung des Rhythmus der Hirnaktivität, die tagsüber mit einem unwiderstehlichen Schlafdrang, sowie mit einer Muskelschwäche u.v.a. einhergeht. Besonders betroffen waren Kinder. Weitere Fälle wurden aus Schweden und Island gemeldet. Das vorläufige Ergebnis der vom Gesundheitsministerium durchgeführten Untersuchung ging von einem ursächlichen Zusammenhang aus, bei dem auch andere bisher nicht näher bekannte Faktoren eine Rolle spielen könnten. Die Europäische Arzneimittelbehörde schränkte aufgrund dieser Berichte die Indikation ein und empfahl, den Impfstoff i.d. Regel nicht mehr für Personen unter 20 J. zu verwenden (THL, WHO, EMA, 2011). Der Verdacht auf einen direkten Zusammenhang zwischen der Gabe adjuvantierter Impfstoffe und dem Auftreten von Narkolepsie wurde im Rahmen weiterer Untersuchungen und Studien jedoch nicht untermauert. So fand sich im direkten Vergleich zwischen 1,024 Mio. mit Pandemrix® Geimpften im Vergleich zu 921.005 Ungeimpften kein gehäuftes Auftreten von Narkolepsie.

Bei der Narkolepsie handelt es sich um eine so seltene Erkrankung, dass die gewählten Studiengruppen oft  zu klein sind, um einen entsprechenden Effekt der Impfung feststellen zu können. (Bardage 2011). Eine noch breiter angelegte Erhebung, bei der 5.305 unerwünschte Ereignisse nach der Impfung von mehr als 23 Mio. Personen mit (MF59®)adjuvantiertem Impfstoff berücksichtigt wurden, konnte keinen Fall von Narkolepsie aufzeigen. (Tsai 2011)

In China wurde ein hohes Maß an Korrelation zwischen dem Auftreten von Atemwegsinfekten (einschließlich H1N1) und Narkolepsie festgestellt. Nach der H1N1-bedingten Pandemie im Winter 2009 - also zu einer Zeit in der sich Atemwegsinfekte im Land häuften - fand sich eine dreifache Erhöhung der Narkolepsie-Inzidenz während nur 5,6% der Narkolepsie-Patienten geimpft waren. (Lin 2011). Die Auswertung des abrupten Anstiegs der Narkoplesiefälle verweist dennoch auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Pandemrix®-Impfung, ggf. im Zusammenwirken mit einem anderen ursächlichen Faktor (Partinen 2012, Nohynek 2012).

Die französische Arzneimittelbehörde (ANSM) veröffentlichte am 20.09.2012 eine Studie über den Zusammenhang der H1N1(2009)-Impfung mit dem Auftreten von Narkolepsie (Narco-Flu-Vaesco-France 2012). Die Autoren kommen zu folgenden Schlußfolgerungen (frei übersetzt aus dem Französischen): 

 Weiter

HEF, 01.03.2013



Drucken

Zur Website www.gesundes-reisen.de