Fachinformationen - Herzerkrankungen


Herz-Kreislauf

Bildquelle: Werner Schönherr

Einführung
Herz und Lunge haben bei Säugetieren und insbesondere beim Menschen in erster Linie die Funktion, das stark energie- und sauerstoffverbrauchende Gehirn ohne Unterbrechung zu versorgen, während andere Organe eher warten können. In der chinesischen Philosophie gilt das Herz als Sitz der Seele, d.h. als Zentrum der Grundstimmung des Körpers. Tatsächlich ist die Funktion des Herzens eng mit dem Gehirn verknüpft, das aus der westlichen Sicht die überragende Bedeutung für die Psyche hat. Etwa sechs rhythmische Regelkreise steuern in eigendynamischer und ziemlich chaotischer Weise die Folge des Herzschlages. Die stärkste und in der Entwicklung jüngste Kontrollinstanz im Gehirn dämpft den Herzschlag in der Ausatemphase („Respiratorische Sinusarrhythmie") und sorgt für Beruhigung in Phasen der sozialen Kommunikation. Abgeschaltet wird diese Kontrollfunktion in Phasen von Angst und Stress, in denen sich der Körper für Flucht und Kampf bereit macht. Bleibt dieser Daueralarm zu lange bestehen, kann es zu bleibenden Schäden der Regelkreise kommen. In unserer hektischen Zeit gehören deshalb Herz-, Kreislauferkrankungen zu den häufigsten Gesundheitsstörungen, die sich als erhöhter Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche oder Verengung der Herzkranzgefäße äußern können. 

Reisen wirkt sich unterschiedlich auf Herz- und Kreislauferkrankungen aus. Einerseits senkt es das akute Erkrankungsrisiko, wenn langsame Erholungsphasen eine Beruhigung des Organismus ermöglichen, andererseits sind Herzinfarkte nach Unfällen der zweithäufigste Grund für eine stationäre Versorgung im Ausland. Das liegt einmal daran, dass viele Erkrankungsgefährdete reisen, die das akute Ereignis sonst zu Hause erlitten hätten und auch daran, dass eine stressbelasteter Organismus an einem leeren Strand abrupt zum Halten kommt, wie ein ICE, der plötzlich abbremsen muss. Herzinfarkte kommen daher häufig in den ersten Urlaubstagen vor.

Reisevorbereitung
Wer eine Gangway sicher ohne Hilfe hinaufkommt, ist auch sicher flugtauglich. Selbst schwer erkrankte Personen können bei geeigneter Versorgung Kreuzfahrtreisen unternehmen. Es spricht also nichts gegen die Reiselust, wenn eine sorgfältige Vorbereitung erfolgt:

Während der Reise

Bei langen Flugreisen kann es durch den geringeren Luftdruck, die Lufttrockenheit und geringere Sauerstoffsättigung der Luft in der Flugzeugkabine bei koronarer Herzerkrankung und/oder Herzschwäche leichter zu Atemnot, Beklemmung oder auch zu Durchblutungsstörungen kommen. Wichtig ist:

Am Urlaubsort

Nach der Ankunft im Hotel kann bereits zu einem frühen Zeitpunkt geklärt werden, an welchen Arzt vor Ort man sich im Falle einer plötzlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands wenden kann. Bei schwereren Grunderkrankungen und bei Patienten mit Herzschrittmachern sollte eine kardiologische Klinik oder Ambulanz vor Ort existieren.

Besonders die ersten Tage des Aufenthaltes sind der Eingewöhnung gewidmet:

Eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinbefindens ist immer ein Grund, sofort einen Arzt aufzusuchen. Besonders in den ersten Tagen am Urlaubsort sollten unnötige Aufregung und Anstrengungen, z.B. Bus-Touren oder Ausflüge, vermieden werden.

Das Tauchen ist wegen einer möglichen Unterversorgung mit Sauerstoff bei schweren Herzleiden meist nicht zu empfehlen. Dennoch verbieten Bluthochdruck, das Tragen eines Herzschrittmachers, selbst ein gut verheilter Herzinfarkt oder eine Bypass-Operation nicht in jedem Fall den Tauchsport.

Fazit
Reisen bieten vielfältige Gelegenheiten, körperlich und geistig neue Kraft zu schöpfen. Hierzu können das Erleben von Natur, der Austausch mit anderen Menschen und das Genießen abwechslungsreicher Speisen beitragen. Zur Abrundung kann ein leichtes Bewegungstraining mit Schwimmen, Wandern und Gymnastik während aber auch nach der Reise in den Tagesablauf integriert werden.

Deshalb sind auch bei Herzerkrankungen und bei Hochdruckpatienten Reisen bei entsprechender Planung und Vorbereitung möglich und können sogar dazu beitragen, den Gesundheitszustand zu verbessern.

Weitere Informationen

HEF, 17.09.2012



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