Reiseinformationen - Sport und Diabetes


Diabetes und Sport

Bildquelle: Werner Schönherr

Diabetiker können jeglicher Sportart nachgehen. Je intensiver sie sich aktiv bewegen und fit halten, desto günstiger wirkt es sich auf den Verlauf dieses Leidens aus. Wichtig ist dabei, dass sich Patienten mit ihrer Erkrankung auskennen, ihre Trainingsbelastungen langsam steigern und sich nicht durch Ehrgeiz überfordern.

 

Bergsteigen

Klettern, Bergwandern oder Trekking bringen Verletzungsrisiken mit sich. Diabetiker müssen zusätzlich Sorge tragen, das Gleichgewicht des Blutzuckerstoffwechsels durch die vermehrte Aktivität nicht zu sehr zu stören. Zahlreiche unvorsehbare Ereignisse können leicht zu einer Entgleisung des Blutzuckerspiegels führen, so dass für Diabetiker eine gute, vorausschauende Planung der Exkursion zwingend notwenig ist. Ein Herantasten an ungewohnte Exkursion macht mehr Sinn als aus dem Büroalltag sofort in die Urlaubshyperaktivität durchzustarten.

Die Vermeidung hypoglykämischer Krisen ist den Diabetiker durch Einnahme kleiner Snacks oder Getränke meist vertraut. Eine größere Gefahr geht beim Bergtrkking von einem zu hohen Blutzuckerspiegel aus. Insulinmangel steigert den Fett- und Muskelabbau, der in der Leber mit der Bildung von Ketonen abgeschlossen wird. Zusätzlich kann Stress über eine Kortisolausschüttung die Glukoseproduktion und die Bildung von Ketonen verstärken. Im Ergebnis entsteht eine hyperglykämische oder ketoazidotische Krise. Ob und wann diese eintritt, ist individuell sehr unterscheidlich, bei Typ-1-Diabetikern häufiger als bei Typ-2-Diabetikern und sehr oft mit unerwartetem Stress oder zu schnellem Aufstieg assoziiert. Erste Anzeichen für diese gefährliche Stoffwechselkrise sind Übelkeit, abdominelle Schmerzen, Schwäche, Sehstörungen u.a.. Die Haut fühlt sich abhebbar an, die Schleimhäute sind trocken, der Blutdruck steigt, die Atmenfrequenz nimmt immer stärker zu, die Ausatemluft riecht nach Azeton. Patienten in einer solchen Krise bedürfen intensivmedizinischer Versorgung. Diabetiker müssen deshalb in der Vorbereitung alles tun, um solche Krisen erst gar nicht aufkommen zu lassen, zum Beispiel durch langsamen, geruhsamen Aufstieg, oder sie müssen bei den ersten Anzeichen den Rückzug oder Heimweg antreten. 

Achttausender wurden mittlerweile auch von Diabetiker bestiegen. Solche Extrembelastungen erhöhen jedoch die Risken des Auftretens und des ungünstigen Verlaufs aller höhenassoziierten Erkrankungen.      

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Bei Aufenthalt in entlegenen Regionen ist eine korrekte Blutzuckerbestimmung essentiell.

Störgrößen:

Auch ein Einfrieren von Insulin führt zu Abschwächung oder gar zu Wirkungsverlust nach dem Auftauen.

 

Gerätetauchen

Tauchen ist ohne erhebliches Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) möglich, wenn strikte Vorgaben eingehalten werden.

Bildquelle: Jochen Affeldt


Die wichtigsten Empfehlungen sind:

In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, jeden Tauchgang besonders sorgfältig zu planen. Bei der Notfallausrüstung sollten vor allem die folgenden Punkte berücksichtigt werden:

Die Sicherheit des Tauchganges lässt sich durch die Beachtung einiger zusätzlicher Hinweise noch steigern:


Quellen

 

 

RMZ, SH, 28.08.2012



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