Fachinformationen - PTSD


Psychische Probleme bei Soldaten in Kriegsgebieten

Etwa 5% der in den Irak entsandten US-amerikanischen Soldaten (2004-2007) wurden aus medizinischen Gründen zurückgeführt. Im Vergleich zu den Kriegen des 20. Jahrhunderts lagen die Ursachen seltener bei direkten kriegsbedingten Verletzungen oder Infektionen. Häufiger waren psychische Störungen, körperlich-psychische Folgen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, engl. PTSD) und nicht kriegsbedingte Verletzungen und Erkrankungen, die Muskeln und Wirbelsäule einbezogen.

Die Häufigkeit psychischer Krankheitserscheinungen amerikanischer Soldaten im Irak oder in Afghanistan wurde auf etwa 11-27% geschätzt. 11-17% hatten nach Gewalterfahrung eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt. Nur 38% der aus medizinischen Gründen zurückgeführten Soldaten konnten ihren Dienst später wieder aufnehmen. Die Zahl der Selbstmorde bei Soldaten übersteige die Zahl derjenigen, die im Irak einem Anschlag zum Opfer fielen.

Nicht nur die Soldaten selbst erleben wiederholt traumatische Stressereignisse oder Dauerbelastungen,  sondern auch ihre Familienangehörigen, die immer wieder an Ängsten oder Sorgen leiden. 

Allgemein gewinnen psychische und Muskel-Skelett-Erkrankungen weltweit an Bedeutung. Schon aus diesem Grund  muss bei Soldaten mit einem steigenden Vorkommen gerechnet werden. Soldatinnen und Soldaten, die an Erkrankungen von Muskeln und Wirbelsäule litten, konnten seltener ihren Dienst aufnehmen. Körperliche und psychische Symptome traten oft gemeinsam auf, z.B. Wirbelsäulenschmerzen, die häufig mit emotionalen Störungen assoziiert waren.

Auf der Basis der u.g. Veröffenlichungen (Cohen, Merker, Richardson) ergeben sich weitreichende Konsequenzen für die Entsendung von Soldatinnen und Soldaten in Krisengebiete:

Psychische Erkrankungen nach traumatischen Erlebnissen können inzwischen gut psychotherapeutisch behandelt werden. Zum Einsatz kommen dabei Techniken der Verhaltenstherapie oder das EMDR-Verfahren, bei dem mit wechselseitigen Stimulationen der beiden Gehirnhälften (zum Beispiel durch rhythmische Augenbewegungen zu den Seiten) das Unverarbeitete zunächst aktiviert, im Verlauf dann aber effektiv in der Erinnerung abgelegt werden kann (Zimmermann).

Quelle:

HEF, 21.08.2012



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