Fachinformationen - Medikamente: Qualität im Ausland und im Online-Versandhandel


Qualität der Arzneimittel im Ausland

 

Bildquelle: Dr. Jäger

Nur 30% aller Länder besitzen (mehr oder weniger) wirksame Kontrollen des Arzneimittelmarktes. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 25% bis örtlich sogar 50% der Arzneimittel in vielen Ländern Afrikas und Südostasiens gefälscht oder unbrauchbar sind. Begünstigt wird die Zunahme von Fälschungen auch dadurch, dass Pharmakonzerne ihre Produktion immer stärker ins Ausland verlagern, zumeist nach China oder Indien. Auch hinsichtlich der Durchführung klinischer Studien zum Zweck der Arzneimittelzulassung sind Länder wie Indien für die forschende Arzneimittelindustrie interessant. Während die Anzahl der beantragten Studien in der Europäischen Union (EU) zwischen 2007 und 2011 von 5 000 auf 2 800 gefallen ist, nehmen (laut der niederländischen Patientenrechtsorganisation Wemos Foundation) die klinischen Tests in Schwellenländern wie Indien deutlich zu. Derzeit führen sie dort etwa 1 900 Studien mit circa 150 000 Probanden durch.
 

Die WHO hatte 2006 eine "International Medicinal Products Anti-Counterfeiting Taskforce" (IMPACT) ins Leben gerufen, die sich aktiv gegen Arzneimittelfälschungen engagiert. Gegenüber der seither beobachteten Marktdynamik gestaltet es sich schwer mit diesen eher bürokratischen Maßnahmen Wirkung zu erziehlen.

Arzneimittelsicherheit und Behandlungsqualität

Die Arzneimittelmärkte werden in vielen Schwellen und Entwicklungsländern kaum oder nicht kontrolliert. In China sterben jedes Jahr ungefähr 100.000 Menschen durch Anwendung gefälschter Medikamente.

Bildquelle: Dr. H. Jäger

Indien gilt als der weltgrößte Hersteller gefälschter Medikamente

Gefälschte Medikamente aus dem Online-Versandhandel

Arzneimittel werden zunehmend über Internet-Angebote bestellt. Das weltweite Angebot von Arzneimitteln gegen alle möglichen Erkrankungen ist inzwischen riesengroß. Das Risiko dabei an gefälschte, qualitativ schlechte und wirkungslose oder deutlich überdosierte Arzneimittel zu geraten, ist erheblich. Der Zugang zu Medikamenten unter Umgehung der ärztliche Verschreibungspflicht birgt enorme Gesundheitsrisiken für den Verbraucher (Landeszentrum Gesundheit NRW, 2012).

Die Medikamentenfälschungen gelangen im Zusammenhang mit dem Online-Versand von Medikamenten problemlos nach Europa. Allein 2012 wurde die Abschaltung von 18.000 Internetseiten veranlasst, auf denen gefälschte Medikamenten, vor allem Dopingmittel, Schlankheitsmittel und Potenzmittel zum Verkauf angeboten wurden. Aber auch andere Arten von Arzneimitteln, von Kopfschmerztabletten bis hin zu Medikamenten zur Tumortherapie, können gefälscht sein. Die National Association of Boards of Pharmacy (NABP) untersuchte 10.000 Online-Anbieter. Davon standen 98% im Verdacht die Richtlinien nicht einzuhalten und gefälschte Medikamente zu verkaufen. In einer Warnliste werden diese verdächtigen Online-Anbieter veröffentlicht. Es bestehen noch weitere Sicherheitslücken.  Etwa 80% aller in Europa regulär verschriebenen Antibiotika stammen aus chinesischer Produktion, viele Arzneimittelaufsichtsbehörden kontrollieren die Bedingungen vor Ort nur stichprobenweise (BMJ 2012).

Gefährlich ist ein Arzneimittel dann, wenn

Empfehlung für Reisende

Quellen

Links:

Weitere Artikel

 

HEF, SH, M, 06.03.2013



Drucken

Zur Website www.gesundes-reisen.de