Reiseinformationen - Cholera: Westafrika Nov. 2011


Cholera: West- und Zentralafrika, Nov. 2011

Bildquelle: Jäger

Von Januar-Oktober 2011 wurden mehr als 85.000 Erkrankungen mit mehr als 2.400 Todesfällen in West- und Zentralafrika gemeldet. Insbesondere Tschad, Kamerun und die Demokratischen Republik Kongo berichten über dramatische Anstiege der Fallzahlen. Meldezahlen wie diese geben nur einen Teil der Realität wieder, da die Qualität der Gesundheitssysteme der betroffenen Länder sehr begrenzt ist. 

Cholera ist im Prinzip durch Flüssigkeits- und Mineralstoffersatz sehr gut behandelbar. Nahezu jeder Todesfall wäre vermeidbar. Die berichteten Sterblichkeitsraten von 2,3 – 4,7% sind erschreckend hoch. Aus einigen Gegenden Kameruns wurden sogar Sterblichkeitsraten von bis zu 22% gemeldet. Bei einem Großteil der Todesfälle handelt es sich um Kinder.

UNICEF und andere internationale Organisationen mahnen verstärkte Maßnahmen zur Eindämmung der aktuellen Cholera-Epidemien in afrikanischen Staaten an.

Risikogebiete
Die größten länderübergreifenden Ausbrüche betrafen bisher die folgenden Regionen

Kleinere Choleraepidemien in den folgenden Ländern konnten inzwischen unter Kontrolle gebracht werden:

Ursachen
West- und Zentralafrika gehören zu den Regionen auf der Welt mit den niedrigsten Hygienestandards, insbesondere hat die Bevölkerung oft keinerlei Zugang zu sauberem Wasser. Es handelt sich bei Cholera-Ausbrüchen um kein isoliertes medizinisches Problem. Vielmehr sind Cholera-Epidemien ein Zeichen für fehlende Infrastruktur eines Landes in Verbindung mit massiver sozialer Benachteiligung großer Bevölkerungsgruppen.

Empfehlung für Reisende
Da Cholera eine Erkrankung ist, deren Ausbreitung unter desolaten hygienische Bedingungen erfolgt, ist das Risiko für Reisende sehr gering, sofern sie auf Hygiene achten. Eine Cholera-Impfempfehlung stellt auch in einer stark frequentierten reisemedizinischen Ambulanz die Ausnahme dar. Empfehlenswert kann die Impfung im Rahmen humanitärer Einsätze oder medizinischer Tätigkeit in Ländern mit Choleravorkommen sein. Auch bei nicht-vermeidbaren Reisen in Dörfer oder Städte, die aktuell von einer Cholera-Epidemie betroffen sind, kann die Impfung erwogen werden, ebenso für Reisende mit krankheitsbedingter oder medikamentöser Hemmung der Magensäureproduktion oder mit chronischen Darmerkrankungen.

Quelle

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MG, SH, 09.08.2012



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