Reiseinformationen - Insektizide gegen Bettwanzen


Insektizide gegen Bettwanzen

Die gemeine Bettwanze, Cimex lenticularis, ist ein 3,8 bis 5,5 Millimeter großes, braun-rötliches flügelloses Insekt, das sich von dem Blut von Säugetieren oder Vögeln ernährt. Im vollgesogenen Zustand kann die Bettwanze bis zu 9 mm groß werden und ihr Ausgangsgewicht um das Siebenfache erhöhen. Die ausgewachsene Wanze ist kälteunempfindlich und kann bis zu 40 Wochen ohne Nahrung auskommen. Bettwanzen sind so genannte Zivilisationsfolger und damit auf den gemeinsamen Lebensraum mit dem Menschen, Haustieren oder anderen Kulturfolgern wie Tauben angewiesen. Direkte gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Cimex lenticularis sind selten, jedoch kann das Wissen um die Anwesenheit von Bettwanzen zu Schlafstörungen und Angstgefühlen führen. In vielen Ländern wird derzeit eine Zunahme von Bettwanzen beobachtet, selbst in den USA. Zunehmend werden die Tiere auch gegen handelsübliche Insektizide resistent, was schnell dazu führt, dass die Dosis der konventionellen Insektizide erhöht wird oder man auf gefährlichere Präparate zurückgreift.

SENSOR-Programm
In den USA wurden im Rahmen des SENSOR („Sentinel Event Notification System for Occupational Risks")- Pestizid-Programmes untersucht, welche gesundheitlichen Folgen im Zuge der Pestizidanwendung zur Bekämpfung der Bettwanzen in den Jahren 2003 bis 2010 zu verzeichnen waren. Insgesamt wurden in dieser Zeit 111 pestizidbedingte Erkrankungen nachgewiesen:

99 der Erkrankungen (81%) waren geringfügig, jedoch war unter den insgesamt 111 Erkrankungen auch ein Todesfall zu verzeichnen. Bei dem Todesfall handelte es sich um eine 65-jährige Frau mit schwerer Grunderkrankung (Zustand nach Herzinfarkt), die massiven Insektiziddosen ausgesetzt war.

Die häufigsten Erkrankungsursachen waren:

Bemerkenswert ist, dass 81% der Vergiftungen in toxikologischen Spezialeinrichtungen diagnostiziert wurden.
89% der Vergiftungen waren durch Pyrethroide, Pyrethrine oder deren gleichzeitige Anwendung bedingt.

Symptome:

In einer von 2010 bis 2013 durchgeführten Erhebung fanden sich in sieben US-Staaten sowie in Kanada insgesamt 31 Vergiftungsfälle im Zusammenhang mit der Anwendung von "Pest Strips" zur Dichlorvos-Freisetzung in geschlossenen Räumen.

Situation in Entwicklungsländern
Die hier dargestellten Daten sind nicht repräsentativ und vor allem nicht eins zu eins auf die Situation in Entwicklungsländern übertragbar. Grundsätzlich muss in tropischen Ländern mit einem umfangreichen und teilweise auch unkritischen Umgang mit Insektiziden gerechnet werden. Es entfallen etwa 99% aller Insektizid-bedingten Todesfälle auf die Entwicklungsländer. Auch die, im Vergleich zu Pyrethroiden/Pyrethrinen wesentlich giftigeren Organophosphate, werden zur Insektenbekämpfung eingesetzt. In Thailand untersuchte Bettwanzen zeigten sich gegen zahllose Insektizide unempfindlich (resistent). Dies ist als Anzeichen für massiven Insektizidgebrauch in beliebten Touristenzentren, wie Bangkok, Chonburi, Chiang Mai, Ubon Ratchathani, Phuket und Krabi zu werten. Hier gilt, wie so häufig bei Insektizideinsatz, dass viel nicht viel hilft. Insektizide als Risiko für Reisende Besonders wenig bekannt ist über mögliche chronische Folgen einer Langzeitexposition, vor allem bei Schwangeren, Ungeborenen und Säuglingen.

Literatur

Links:

MG, 05.03.2014



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